Raum der Stille

Das Symbol stammt aus Schweden und ist in Deutschland seit 1987 das Kennzeichen der Krankenhausseelsorge:
Der neue Zweig an einem abgeschnittenen Stamm auf dem Hintergrund des Kreuzes – Sinnbild für den Zusammenhang von Sterben und neuem Leben im Zeichen des Kreuzes.

Die Einrichtung eines  „Raumes der Stille“ war ein Anliegen des Krankenhauses sowie der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai und der katholischen Pfarrgemeinde St. Bonifatius in Wittmund.  Im September 2004 konnte der Raum  seiner Bestimmung übergeben werden. Vorangegangen war die Suche nach einem geeigneten Ort innerhalb des Hauses, die Entwicklung einer Konzeption und die Planung der räumlichen Gestaltung. Die Finanzierung der notwendigen Baumaßnahmen und der Einrichtung des Raumes erfolgte durch das Krankenhaus und die Kirchengemeinden der Stadt Wittmund, vor allem aber durch den ev. Kirchenkreis Harlingerland und das Bistum Osnabrück.

Der Raum befindet sich abseits der Betriebsamkeit des Krankenhauses im Erdgeschoss (Station 6). Alle Patientinnen und Patienten des Krankenhauses, Mitarbeitende und jene, die das Haus besuchen, sollen sich darin geborgen fühlen. Die christliche Grundausrichtung ist eindeutig; der Raum lädt jedoch alle ein, in ganz eigener Atmosphäre zur Ruhe zu kommen. Hier können Gesundheit und Krankheit, Geburt, Sterben und Tod bedacht werden – schweigend, in einem Bittgebet oder in der Sprache von Lob und Dank.

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Beim Betreten des Raumes fällt der Blick sofort auf das Fenster, gestaltet von den Neuenburger Glaswerkstätten W. Koch. Das Fenster will zur Konzentration auf das Wesentliche führen; das kreisförmige Motiv erschließt gleichermaßen die Einheit, die Gebrochenheit und die Begrenztheit aller Grunderfahrungen des Menschen. Die Wahl der Farben öffnet den Betrachter für die Freude oder den Schmerz seiner Lebenssituation.

 

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Die Inneneinrichtung wurde konzipiert von der Fa. Schwitters, ehemals Wittmund. Bilder, Fensterumkleidung und Bodenbelag stiften Wärme und Annehmlichkeit. Die Sitzmöbel sind bequem; sie bieten festen Halt und ermöglichen das konzentrierte seelsorgliche Gespräch. Sie erleichtern das Lesen eines Textes oder die Betrachtung eines Bildes der ausliegenden Sieger-Köder-Bibel. Die beiden Stelen für die Bibel und die Skulptur sowie die Ablage für Bücher und Schriften wurden gefertigt durch die Tischlerei Koopmann, Wittmund.

 

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Die Skulptur wurde geschaffen von Michael und Clara Völker, Wittmund: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag“ (Dietrich Bonhoeffer).