Pressemitteilungen

Land erteilt Förderzusage für 2. Bauabschnitt

Wittmund, 4. Juni 2020 – Gestern hat in Hannover der Planungsausschuss des Landes Niedersachsen zum Krankenhausförderprogramm 2020 getagt. Mit sehr positiven Ergebnissen für den Landkreis Wittmund und das zu 100 Prozent von ihm allein getragene Wittmunder Krankenhaus. „Wir freuen uns sehr, dass unser 2. Bauabschnitt ‚Neustrukturierung der Pflege“ mit einer Fördersumme von 3,5 Millionen Euro und einer Gesamtfördersumme von 15 Millionen Euro aufgenommen worden ist“, erläuterten Landrat Holger Heymann, Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus Wittmund gGmbH, und Geschäftsführer Ralf Benninghoff in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Beide bewerten die Entscheidung des Landes als ein weiteres wichtiges Signal zur Weiterentwicklung des Wittmunder Krankenhaus-Standorts. Dies sei der richtige Schritt zur weiterhin konsequenten Modernisierung des Hauses, die unerlässlich sei und weitergehen müsse. Deshalb sei man auch sehr dankbar, so Landrat Heymann, dass in Hannover nun die richtigen Weichenstellungen erfolgt seien und der Bedarf in Wittmund allgemein anerkannt werde. Dies sei auch die Anerkennung der guten Vorarbeiten seitens der Krankenhausführung und der einmütigen Unterstützung durch die Wittmunder Kreispolitik. Es habe nie Zweifel gegeben, dass man den richtigen Weg beschreite.

Details/Hintergrund zur geplanten Maßnahme selbst:

Der bauliche Zustand und die technische Ausstattung des Krankenhauses derzeit sowie die zunehmende Steigerung der Fallzahlen erfordern eine räumliche Neustrukturierung und Ausweitung im Bereich der Patientenzimmer und Pflegeeinheiten. Die Zielplanung sah in einem ersten Abschnitt die Neustrukturierung des Funktionsbereiches mit einem Kostenrahmen von rund 9 Millionen Euro vor. Diese Maßnahme wird derzeit abgeschlossen. Erneuert wurden die Bereiche der Zentralen Notaufnahme, der Endoskopie, der OP-Säle und der Intensivstation. Hiermit wird der Fallzahl-Steigerung in den operativen Fachabteilungen und bei der Notfallversorgung Rechnung getragen.

Der 2. Bauabschnitt wendet sich folgerichtig der Neustrukturierung des Pflegebereiches zu. Kernbereich ist hier ein dreigeschossiger, nicht unterkellerter Neubau südwestlich am vorhandenen Bettenhaus, und die Neustrukturierung der Pflege im Altbau. Die Struktur dieses Altbaus ist seit seiner Errichtung im Jahr 1968 mehr oder weniger unverändert geblieben. Im geplanten Neubau soll nun auch der neue Haupteingang untergebracht werden.  Die neue Haupterschließung für Besucher und Patienten soll zukünftig über die Bundesstraße 210 erfolgen. Neben einer deutlichen Verbesserung der gesamten Eingangs- und Parkplatzsituation werden Anfahrtswege verkürzt und Verkehrsströme entzerrt.

Der Landkreis als Träger hat zu diesem Zweck, und unter der Notwendigkeit des Neubaus einer eigenen Rettungswache, bereits die notwendigen Grundstücke erworben. Die Rettungsleitstelle für Ostfriesland befindet sich ebenfalls in Richtung der B210. Derzeit wird das Krankenhaus über eine 30er-Zone erschlossen, die im Wesentlichen keinen großen Gegenverkehr zulässt. Mit der neuen Haupterschließung wird das Krankenhaus zukunftssicher in der Erreichbarkeit für den gesamten Landkreis und darüber hinaus aufgestellt. Die vorliegende Planung wurde in zahlreichen Gesprächen mit allen zuständigen Behörden abgestimmt. Ende des Jahres 2019 wurde der Geschäftsführung durch die Architektengruppe Schweitzer GmbH die erste Kostenberechnung zum 2.BA vorgelegt. Diese basierte auf den neusten Erkenntnissen zum Altbestand, zur Schadstoffsanierung, zur Bodenqualität. Gleichzeitig wurden die aktuellen Marktpreise der Handwerker- und Dienstleistungsfirmen eingearbeitet. Die Kostenberechnung kam hier zu dem Ergebnis von rd. 21 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme. In dieser Summe sind auch notwendige Fenster- und Fassadensanierungen des alten Bettenhauses von 1968 von der neuen Frontseite (rd. 1,1 Millionen Euro) sowie der Neubau der Parkplatzflächen mit umfangreichen Arbeiten aufgrund der schwierigen Bodenqualität (rd. 2,3 Millionen Euro) enthalten. Die Gesellschafterversammlung (gesamter Kreistag) stimmte der Antragsstellung auf Basis der Kostenberechnung von rd. 17,6 Millionen Euro zu.

Der vorliegende Rahmenterminplan geht von einer Umsetzungszeit von vier Jahren aus, da große Anteile im Bestand unter Aufrechterhaltung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Hauses erbracht werden müssen. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird die Weiterentwicklung des Krankenhauses hinsichtlich der Betriebsorganisation im Bereich der Pflege vorangetrieben. Dieser schließt lückenlos an den ersten Bauabschnitt mit der Optimierung und Modernisierung der Funktionsbereiche an. Mit dem zweiten Bauabschnitt ist die Zielplanung abgeschlossen und das Krankenhaus strategisch zukunftsfähig aufgestellt.

Im Krankenhausplan des Landes Niedersachsen wird das Wittmunder Krankenhaus auch im Jahr 2020 mit 152 Planbetten geführt. Die Auslastung lag 2019 im Durchschnitt bei 89,64 Prozent. Das Krankenhaus ist Traumazentrum, Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung und seit der Zertifizierung im November 2019 auch eines von vier Fuß- und Sprunggelenkszentren im Lande. Aufgrund der demographischen Entwicklung des Landkreises nimmt die Versorgung internistischer Patienten ebenfalls stetig zu. Das Haus ist fester Bestandteil der Notfallversorgung und versorgt die beiden zum Landkreis gehörigen Inseln Langeoog und Spiekeroog.

Orthopädischer Meilenstein

Krankenhaus Wittmund als 4. Fuß- und Sprunggelenkzentrum in Niedersachsen erfolgreich zertifiziert / 200 Operationen jährlich / Team mit großer Kompetenz und Routine / Überregionale medizinische Strahlkraft

Wittmund, 3. März 2020 – Das Krankenhaus Wittmund baut seine orthopädisch-chirurgische Kompetenz und Leistungspalette weiter aus. Mit der erfolgreichen Prüfung (Zertifizierung) durch die Zertifizierungsgesellschaft ClarCert (Ulm) zum Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (ZFS) sei ein neuer Meilenstein in der medizinischen Versorgung erreicht worden, sagten Geschäftsführer Ralf Benninghoff und Dr. Bernd Sauer, Chefarzt der Unfallchirurgie & Sportmedizin, heute bei einem Pressegespräch: „Wir stehen in diesem Bereich damit auf einer Stufe mit den Kliniken in Braunschweig, Hannover und Osnabrück.“ Nur diese Kliniken hätten in Niedersachen diesen Qualitätsstatus bislang erreicht. Wittmund sei die Nummer 4. In Ostfriesland sei das ZFS somit einzigartig. Bundesweit gibt es nach Angaben der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk 30.

Wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung

Als vergleichsweise kleines Krankenhaus sei dies ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung auch im Sinne der rund 420 Mitarbeiter. So seien bereits in der Vergangenheit Patienten nicht nur aus dem Landkreis und den angrenzenden Regionen gekommen, sondern auch aus deutlich entfernteren Orten. Dieser Effekt solle stabilisiert und gestärkt werden, so Benninghoff. Dies gelte auch für den Bereich der Endoprothetik (künstliche Knie- und Hüftgelenke). So sei das seit 2015 bestehende EndoProthetikZentrum (EPZ) der Normalversorgung im Zuge der Ende 2019 erfolgten ClarCert-Zertifizierung zum EPZ der Maximalversorgung und damit zu einem erweiterten Qualitätsstandard aufgewertet worden.

200 Fußoperationen jährlich

Das ZFS in Wittmund wird von Dr. Bernd Sauer, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Fuß- und Handchirurgie sowie Sportmedizin, geleitet. Er hat die Endoprothetik (künstliche Hüft- und Kniegelenke) am Krankenhaus Wittmund in den vergangenen knapp 20 Jahren auf- und ausgebaut hat.  „Das war und ist aber natürlich keine Einzelleistung, sondern die Arbeit eines leistungsfähigen Teams“, betont der Chefarzt. Mit Dr. Christiane Zepig und Dirk Burgdorf verfüge man für das ZFS über eine „eingespielte und hochkompetente“ ärztliche Mannschaft, die jährlich rund 200 Fußoperationen durchführe. Die für die ZFS-Zertifizierung erforderliche Mindestzahl betrage 100 Operationen. „Wir liegen also deutlich über der geforderten Mindestzahl“, so Dr. Sauer.

Teamarbeit mit umfassende Qualitätssicherung

Mit der Zertifizierung werde aber weit mehr als die Qualität des chirurgischen Eingriffs gesichert. Der gesamte Prozesses von der Aufnahme des Patienten über die Diagnose, den chirurgischen Eingriffe über die Pflege bis hin zur Nachbehandlung inklusive Physiotherapie und Einlagenversorgung müsse mit klar definierten Abläufen gesichert und aufwendig dokumentiert werden. Jede Behandlung müsse vollständig nachvollziehbar sein, erklärten die Ärzte zu den Vorgaben der Zertifizierung. „Unsere Leistung als Operateur ist nur ein Teil. Genauso wichtig ist die Arbeit aller anderen Beteiligten aus den Bereichen Pflege und Therapie.“ Eine erfolgreiche Behandlung sei stets ein „Puzzle, bei dem vielen Teile ineinandergreifen“ müssen, sagten auch Christina de Vries und Jörn Knötgen, die die Zertifizierung als Qualitätsmanager eng begleitet haben.

Kraftakt für das Krankenhaus

Die Zertifizierung selbst sei „ein Kraftakt“ über mehrere Wochen gewesen, bei dem von der IT und dem Personalwesen über das Qualitätsmanagement, die Patientenaufnahme, dem Sozialdienst bis hin zur Pflege und den Ärzten eine Vielzahl von Mitarbeitern eingebunden gewesen sei. Natürlich habe es auch vor der Zertifizierung ein hohes Qualitätsniveau gegeben. Vor allem aber die schriftliche Dokumentation der Prozesse nach den Zertifizierungsvorgaben in allen Bereichen sei sehr aufwendig gewesen.

Fußchirurgie mit rasanter Entwicklung

Mehr als zwei Dutzend kleine Knochen, über 30 Gelenke und rund 100 Bänder sind in einem Fuß umfassend miteinander verbunden. Der Fuß ist ein komplizierter und kleinteilig-aufgebauter Teil unseres Körpers, der extrem wichtig, aber auch sehr komplex sei, so die Wittmunder Ärzte: „Das ist chirurgisch immer eine Herausforderung.“ Dies gelte insbesondere auch für die Wundheilung, die aufgrund nur geringer Gewebeanteile am Fuß eine Problemzone darstelle. Jedoch habe sich die Fußchirurgie habe sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten „rasant entwickelt“, erklärte Dr. Sauer.

Deutlich verbesserte Behandlungserfolge

Durch neue OP-Techniken, immer kleiner werdende Platten, Schrauben und Klammern seien die Behandlungserfolge deutlich verbessert worden. Diese Entwicklung habe das Krankenhaus in Wittmund in den vergangenen Jahren „sehr bewusst mitgegangen“. Die Fußchirurgie sei kontinuierlich ausgebaut. Die „logische Konsequenz“ sei nun die Zertifizierung zum Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie gewesen. Die Zahl der Patienten steige dabei bundesweit kontinuierlich an.

Der Hallux valgus –ein ausgewölbtes Großzehengelenk -, Hammer- und Krallenzehen sowie Plattfüße seien die häufigsten Erkrankungen neben der Arthrose. Bezüglich der Implantation künstlicher Sprunggelenke ist Dr. Sauer noch zurückhaltend: „Diese nehmen wir derzeit nicht vor, weil wir die vorliegende Behandlungsergebnisse noch nicht für überzeugend halten und alternative Behandlungen als die derzeit häufig bessere Lösung ansehen.“ Dieses Thema verfolge man in Wittmund jedoch „sehr aufmerksam“ und stelle sich mittelfristig auf die Sprunggelenkendoprothetik ein.

Die Gruppenbilder zeigen das  Team, das an der Zertifizierung zum Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie mitgearbeitet hat.

Das Bild zeigt eine Fußoperation mit den Operateuren Konstantin Müller (links) und Dirk Burgdorf (Mitte) sowie der OP-Pflegerin Barbara Sohling.

Re-Zertifizierung: EndoProthetikZentrum steigt zum Maximalversorger auf

Wittmund, 13. Februar 2020 – Jährlich mehr als 800 künstliche Hüften und Knie (Endoprothetik) setzten die Operateure des Krankenhaus Wittmunds ein. Das von der EndoCert-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (Berlin) erstmals 2015 zertifizierte dortige EndoProthetikZentrum (EPZ) bewege sich seit Jahren auf einem hohen Niveau. Dies bestätigte auch die Ende 2019 erfolgte turnusgemäße Überprüfung (Re-Zertifizierung). Diese sei erfolgreich durchlaufen worden und gleichzeitig mit einem „Update“ verbunden gewesen, erklärten heute Geschäftsführer Ralf Benninghoff und Dr. Steffen Hinz, Leiter des neuen EPZmax, in einem Pressegespräch: „Wir sind seit diesem Jahr ein EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) und haben damit den höchst möglichen Qualitätsstatus erreicht.“

Die Erweiterung beziehe sich unter anderem auf die Qualitätssicherung bei sogenannten Wechselprothesen, also dem Austausch von Endoprothesen. Zudem gewährleiste das EPZmax eine durchgehende intensivmedizinische Versorgung, ermögliche die Behandlung spezieller und komplexer Fälle und sei für EndoProthetischeZentren der Normalversorgung ein potenzieller Kooperationspartner, betonte Dr. Hinz: „Zudem nehmen wir als EPZmax auch an drei bundesweiten Studien teil.“ Laut Angaben der Zertifizierungsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC, Berlin) ist Wittmund das erste EPZmax in Ostfriesland.

Künstliche Gelenke immer früher eingesetzt – mehr Wechselprothesen
Für die Patienten sei vor allem das Thema Wechselprothesen von steigender Bedeutung. Da die Erstprothesen immer früher implantiert würden, steige die Zahl der Gelenke, die ausgetauscht werden müssten kontinuierlich an, so Dr. Hinz: „Damit stellen wir die Weichen in Richtung Zukunft und erweitern bedarfsgerecht unsere Kompetenzen.“  Der Austausch von künstlichen Knien und Hüften erfordere ein deutlich höheres Maß an Erfahrung. Dies gelte sowohl operativ als auch organisatorisch, erläutert der erfahrene Chirurg und Oberarzt, der seit vielen Jahren zum Team von Dr. Bernd Sauer, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie sowie Sportmedizin, gehört.

Dr. Sauer betonte, dass die Entwicklung der Endoprothetik stetig fortschreite. Dies hätten die vergangenen knapp 20 Jahre auch in Wittmund gezeigt: „Die Behandlungserfolge haben sich durch moderne Technik und Materialien sowie neue Operationsmöglichkeiten extrem verbessert.“ Für den Austausch von künstlichen Gelenken treffe das auch zu, werde aber noch weiter voranschreiten. „Auf diese Entwicklung wollen wir vorbereitet sein“, so Dr. Sauer.

Jeder Operateur muss mindestens 100 Behandlungen nachweisen
Mit der Zertifizierung werde dem Krankenhaus Wittmund bescheinigt, dass die Prozesse von der Einweisung über die Diagnose und Operation bis hin zur Nachbehandlung einheitlich und strukturiert auf höchstem Niveau abliefen. Eine Voraussetzung sei eine Mindestanzahl von Operationen, damit die chirurgische Kompetenz gesichert sei. In der Endoprothetik müssten die Operateure mindestens jeweils 100 Eingriffe bei Erstimplantaten und insgesamt 50 bei Wechselprothesen pro Jahr vorweisen.

„Wir haben bereits in den vergangenen Jahren deutlich über diesen Zahlen gelegen“, so Dr. Hinz. Als Teil des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) trage Wittmund darüber hinaus zur kontinuierlichen Verbesserung der Versorgung bei. Im EPRD würden rund 450.000 Operationen gesammelt und ausgewertet. „Daraus können wir immer wieder wichtige Rückschlüsse für unser tägliche Arbeit ziehen“, sagte Dr. Hinz.

Teamwork ist Grundlage für gute Medizin
Insgesamt hätten nahezu alle Abteilungen des Krankenhauses bei der Re-Zertifizierung ihren Beitrag leisten müssen. „Das zeigt, dass Teamwork immer die Grundlage für eine gute medizinische Versorgung darstellt“, betonte Geschäftsführer Benninghoff. Dies sei an kleineren Krankenhäusern wie in Wittmund aufgrund der kurzen und übersichtlichen Wege sowie des „familiären Umgangs“ deutlich einfacher zu gestalten. Zudem arbeiteten die drei Operateure Dr. Hinz, Konstatin Müller und Dirk Burgdorf bereits seit vielen Jahren zusammen. Kontinuität beim Personal, in der Weiterentwicklung eines Hauses und der Verlässlichkeit von Prozessen und Kompetenzen sei für ein Krankenhaus ein wichtiger Faktor für eine hochwertige medizinische Versorgung der Menschen, sagte Benninghoff.

Auszubildende zwei Wochen im Stationsmodus

Wittmund, 27. Januar 2020 - „Nein, noch mal würde ich die Stationsleitung nicht wieder übernehmen.“ Nadine Behrens spricht von einer „unglaublichen Herausforderung“ und einem „hohen Streßfaktor“. Die Pflegeschülerin im 3. Lehrjahr hat zusammen mit 31 Kolleginnen und Kollegen von Mitte Januar an zwei Wochen lang die Station 2 für Innere Medizin im Krankenhaus Wittmund alleinverantwortlich betreut. Sie wurde vom Team nach einem gemeinsamen Auswahlverfahren als Stationsleiterin eingesetzt. Bei einem abschließenden Pressegespräch sprechen die junge Frau und ihre Stellvertreterin Rabea Janssen von vielen neuen Erfahrungen: „Wir haben unglaublich viel gelernt und es hat sehr viel Spaß gemacht.“

Der stellvertretende Pflegedirektor und Ausbildungsverantwortliche des Krankenhauses Wittmund, Eckhard Meier, erklärt, dass die SüS-Arbeit natürlich stets unter Beobachtung von examinierten Fachkräften und insbesondere der für die Ausbildung auf der Station zuständige Praxisanleiterin Ramona von Kroge erfolgt sei. „Während dieser Zeit sollen die Ausbildende aber natürlich an ihre Grenzen geführt werden und möglichst eigenständig agieren“, so Meier. Die Verzahnung von Theorie und Praxis sei ein wichtiger Baustein für eine „Ausbildung auf höchstem Niveau“. Deshalb sei „SüS“ bereits seit acht Jahren fester Bestandteil des Lehrplans, der zusammen mit der Gesundheitsschule Osterholz-Scharmbeck durchgeführt werde. Dort erhalten die angehenden Wittmunder Gesundheits- und Krankenpfleger per Blockunterricht ihr theoretisches Rüstzeug.

„Fachlichkeit, Engagement und Motivation waren erstklassig“

Dass die Ausbildung auf „höchstem Niveau“ erfolge, hätten die vergangenen zwei Wochen eindrucksvoll verdeutlich. „Fachlichkeit, Engagement und Motivation waren erstklassig“, lobte Meier seine Schützlinge. Dies bestätigten auch der Pflegedirektor Stefan Richter und der Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Benninghoff. Vor allem aber in der Organisation und der Dokumentation komme während des SüS-Projekt viel Neues auf die Auszubildenden zu. Plötzlich anfallende Krankmeldungen, zusätzlich Patienten, kurzfristige OP-Verschiebungen und nicht zuletzt die Pflege der digitalen Patientenakte, in der alles festgehalten werden muss, Absprachen mit Ärzten und Verwaltung und vieles mehr. „Der Echtbetrieb lässt sich nicht nachstellen und muss erlebt werden“, so Pflegedirektor Richter.

„Diese Dinge sieht man häufig nicht und werden einem erst bewusst, wenn man tatsächlich dafür verantwortlich ist“, betont Meier und erntet zustimmendes Kopfnicken von den Schülerinnen Behrens und Janssen: „Wir mussten vor allem lernen als Team zu arbeiten, uns an Absprachen zu halten und uns zu vertrauen.“ Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe die „Stationsmannschaft“ immer besser als Team funktioniert. Die zwei Wochen hätten die Klasse auch stärker zusammengeschweißt, betonen Behrens und Janssen.

Gesundheitsschule in Osterholz-Scharmbeck nah an der Praxis

Das bestätigt auch Carina Bullwinkel, die in der Gesundheitsschule in Osterholz-Scharmbeck für die Ausbildung der angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger vom Krankenhaus Wittmund und dem Kreiskrankenhaus Osterholz mitverantwortlich ist: „Die Auszubildende haben uns sehr positiv überrascht und haben es vor allem geschafft, als Team harmonisch zusammenzuarbeiten.“ In diesem Zusammenhang lobte Meier die Gesundheitsschule in Osterholz-Scharmbeck, die seit nunmehr 51 Jahren den Pflegenachwuchs aus Wittmund in der Theorie ausgebildet: „Das Lehrteam dort kennt die Praxis, ist unglaublich engagiert und das sichert insbesondere ein guten Praxistransfer in der Ausbildung.“

Patienten haben sich gut aufgehoben gefühlt

Bleiben dennoch die Zweifel der Schülerin Behrens, die sich als SüS-Stationsleitung das ein oder andere Mal überfordert gefühlt hat. Doch Pflegedirektor Richter beruhigte die junge Frau und ihre Stellvertreterin: „Das SüS-Leitungsteam hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Dies hätten auch die vielen positiven Rückmeldungen der Patienten bestätigt, ergänzt Praxisanleiterin von Kroge. Diese hätten die Zeit mit den Auszubildenden sehr genossen und hätten sich gut aufgeholt gefühlt. „Jedoch fehlt natürlich das nötige Handwerkszeug, mit dem Führungskräfte in der Pflege normalerweise entsprechend auf ihre Aufgaben vorbereitet werden“, so Richter. Aber auch nach der Ausbildung brauche man ja neue Ziele.

 

 

Blumenspende der Ärzteschaft an Patienten

Wittmund, 23. Jan. 2020 – Am vergangenen Wochenende feierten die Mediziner in Wilhelmshaven bis früh in den Morgen auf ihrem Ärzteball. Das Gorch-Fock-Haus war dabei mit einer Vielzahl von Blumengestecken geschmückt. „Es wäre zu schade, die Blumenpracht einfach wegwerfen zu müssen“, sagten die Mitorganisatoren Monika (rechts) und Ulrich Henze (links). Henze, der als Neurochirurg in Wilhelmshaven arbeitet und auch im Krankenhaus Wittmund operiert, verteilte die Blumen deshalb zusammen mit seiner Ehefrau gleich am Sonntag an Patienten in Wittmund. „Die Freude war sichtlich groß auf den Stationen“, sagte Pflegedirektor Stefan Richter (Bild Mitte). Neben den Blumen genossen die Patienten vor allem die Wertschätzung und den Respekt, den diese Aktion ausdrückte. So seien es häufig „kleine Gesten und Geschenke“ die auch den Heilungsprozess unterstützen oder gar beschleunigten, betonte Pflegedirektor Richter. Dieser menschliche Aspekt der Krankenhausmedizin spiele eine große Rolle und finde sich im Krankenhaus Wittmund vor allem in dem familiären Umgang zwischen den Mitarbeitern und natürlich auch mit den Patienten wider.

Bild Blumenspende

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Erste Lichterdecken in ostfriesischem Krankenhaus

Wittmund, 6. Dezember 2019 - Das Krankenhaus Wittmund hat sechs Zimmer mit zehn Betten auf der neuen Intensivstation mit sogenannten Lichterdecken ausgestattet. Nach eigenen Angaben sind dies die ersten ihrer Art in einem ostfriesischen Krankenhaus, sagte Geschäftsführer Ralf Benninghoff vor kurzem bei einer Besichtigung mit dem Vorstand des Fördervereins, der den Einbau durch eine Spende von 35.000 Euro ermöglicht hat. „Die Lichterdecken runden den modernen Charakter der neuen Intensivstation und des Aufwachraumes ab und stellen eine sinnvolle Besonderheit dar“, zeigte sich Carsten Rinne, Vorsitzender des Fördervereins, beeindruckt von der Modernität nach dem Umbau. Das Geld, das zum 15jährigen Bestehen des Fördervereins mit aktuell 511 Mitgliedern im vergangenen Jahr zusammen gekommen war, sei „sehr sinnvoll“ angelegt.
Lichterdecken haben laut dem Chefarzt Dr. Hagen Behnke eine beruhigende Wirkung auf die Patienten, die nach Operationen oder anderen Behandlungen intensivmedizinisch versorgt werden müssen. Diese befänden sich häufig in Stresssituationen und jede Entlastung wirke sich positiv auf den Genesungsprozess aus. Bewusst seien mit Kutter, Dünengras, Strand oder Wattenmeer typisch norddeutsche Motive für die Lichterdecken gewählt worden. Dadurch werde die Vertrautheit mit der Region bewusst aufgegriffen. Vor dem Einbau habe zudem die Hygienebeauftragte das Material eingehend geprüft. Die Lichterdecken seien abwaschbar und hygienisch unbedenklich, betonte Geschäftsführer Benninghoff.
Benninghoff betonte, dass die Arbeit des Fördervereins für das Krankenhaus von großer Bedeutung sei: „Viele sinnvolle Dinge wären ohne die aktive Unterstützung der Mitglieder nicht umsetzbar.“ Rinne sagte, in den vergangenen 15 Jahren seien insgesamt mehr als 300.000 Euro gespendet worden. Die Summe setze sich aus den Mitgliedsbeiträgen sowie aus Spenden von Privatpersonen und der Wirtschaft an den Förderverein zusammen.
Die Besichtigung der neuen Intensivstation fand vor der vollständigen Inbetriebnahme des letzten Umbauabschnitts statt. Dieser konnte vor kurzem abgeschossen werden, so dass die Intensivstation mit allen acht Betten Anfang Dezember vollständig in Betrieb genommen werden konnte. Rinne und der Vorstand des Fördervereins zeigten sich insgesamt sehr beeindruckt von der Modernität im Bereich der neuen OP-Säle und Intensivmedizin: „Das zeigt die hohe Bedeutung, die unser Krankenhaus für die Gesundheitsversorgung in der Region hat.“
Der rund zehn Millionen Euro umfassende Umbau der OP-Säle und der Intensivstation sowie weiterer Funktionsbereiche ist nach Angaben von Geschäftsführer Benninghoff damit noch nicht abgeschlossen. Es stehe die Einrichtung eines so genannten Intermediate Care Zimmers (IMC) mit mehreren Betten aus. Dort würden Patienten untergebracht, die meist aufgrund einer umfassenden Operation eine stärkere Betreuung, aber keine intensiv-medizinische Versorgung benötigten. Gleichzeitig erfolge die Überwachung über die Intensivstation. Damit werde der Personaleinsatz optimiert. „Angesichts des Ärzte- und Fachkräftemangels ist dies eine wichtige Maßnahme“, so Benninghoff.

Download PM1_KH_WTM_Lichterdecken

Aktionstag „Saubere Hände“ im Krankenhaus Wittmund

Wittmund, 14. Mai 2019 - Auch in diesem Jahr nahm das Krankenhaus Wittmund an dem Aktionstag „Saubere Hände“ teil. Diese nationale Kampagne zur Verbesserung der Compliance der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen wurde im Jahr 2008 vom Bundesministeriums für Gesundheit, dem Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. ins Leben gerufen. Platz fand die Aktion im Foyer des Krankenhauses, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Um dem stark eingebundenen Pflegepersonal gerecht zu werden, verlagerte die Hygienefachkraft ihren mobilen Stand zeitweise direkt auf die einzelnen Stationen. Flyer und Informationsmaterial wurde von den Firmen Hartmann und Schülke bereitgestellt. Informieren konnten sich sowohl Mitarbeiter als auch Besucher und Patienten beispielsweise über die fünf Momente der Händedesinfektion oder die damit verbundene Hautpflege. Mithilfe der „Blue-Box“ konnten sowohl Besucher wie auch Mitarbeiter die richtige Durchführung der Händedesinfektion kontrollieren. Auch bei Fragen stand Birgit Steverding, Hygienefachkraft des Krankenhauses, mit Rat und Tat zur Seite. „Es gibt kaum einen wirksameren Schutz als saubere Hände für uns und unsere Mitmenschen“ so die Hygienefachkraft.

Homepage relauncht

Wittmund, 23. Nov. 2018 - Das Krankenhaus Wittmund hat sein Homepage relauncht. Der Internetauftritt wurde aktualisiert und mit einem frischen und lebendigem Layout sowie einer modernen Funktionalität versehen.

Krankenhaus Wittmund auf Kurs

Wittmund, 1. Nov. 2018 - Das Krankenhaus Wittmund blickt auf ein bislang erfolgreiches Jahr zurück. Nach dem derzeitigen Stand wird die kommunale Klinik nach Angaben der Geschäftsführung für 2018 erneut höhere Fallzahlen verbuchen als im Vorjahr. Von der Mehrerlösen müssten allerdings 65 Prozent an die Kostenträger zurückgezahlt. Dennoch sei davon auszugehen, dass sich die Klinik weiter der schwarzen Null im Ergebnis nähert, teilte Geschäftsführer Ralf Benninghoff Anfang November gegenüber der Presse mit. 2017 lag das Minus mit rund 585 000 Euro deutlich unter den kalkulierten 850 000 Euro. Benninghoff ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen optimistisch: „Das Jahr läuft relativ rund“, erklärte er gegenüber der Klinik-Gesellschafterversammlung. Die aktuelle Auslastung der Klinik liege weit über 90 Prozent. Stationär zählte die Klinik in den ersten drei Quartalen 6.696 Fälle und damit 273 mehr als im Vorjahr. Deutlich gewachsen ist auch die Zahl der ambulanten Operationen. Zum Stichtag 30. September waren es 1232 (2017: 934). Benninghoff lobte ausdrücklich die Arbeit der Klinik-Beschäftigten und berichtete von einem leichten Personalzuwachs. Das Wittmunder Krankenhaus sei als Arbeitgeber gefragt. Trotz allgemeinem Fachkräftemangel gelinge es, die meisten Stellen zeitnah zu besetzen.

Neue Ausgabe des Krankenhausmagazins

Wittmund, 13. Nov. 2018 - Das neueste Ausgabe des Krankenhausmagazins "PULS" liegt vor. Dort wird unter anderem über das erweiterte Leistungsangebot in der Allgemeinchirurgie berichtet. Seit einigen Monaten werden in Wittmund auch Frakturen der Wirbelsäule operiert. Zudem ist die Zahl der neurochirurgischen Eingriffe weiter gestiegen. Dies gilt insbesondere für Bandscheibenvorfälle sowie der Verengung des Spinalkanals. Dabei sind schonende Operationsmethoden weiter auf dem Vormarsch. So wird häufig mit der sogenannten Schlüssellochtechnologie operiert. Weitere Artikel beschäftigen sich mit den Themen mit dem Umgang mit dementen Patienten im Krankenhaus, mit dem Vorhofflimmern des Herzens sowie mit den neuen Auszubildenden.
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