Erfahrungsbericht von Swantje Romea Flömer und Nicole Hohlen
Im Rahmen unserer Ausbildung zur Pflegefachkraft hatten wir die Möglichkeit, an einem vierwöchigen Schüleraustausch in Marokko in Al Hoceïma teilzunehmen. Diese Zeit war für uns sowohl fachlich als auch persönlich eine sehr wertvolle Erfahrung. Neben Einblicken in das marokkanische Gesundheitssystem konnten wir eine neue Kultur kennenlernen und viele wertvolle Eindrücke sammeln.
Während unseres Aufenthalts arbeiteten wir im Krankenhaus „Centre Hospitalier provincial Mohammed VI“. Dort waren wir vormittags auf verschiedenen Stationen des Krankenhauses eingesetzt. Dabei erhielten wir Einblicke in die chirurgische Station, die Pädiatrie sowie die Intensivstation. Jede Abteilung hatte ihre eigenen Besonderheiten und ermöglichte uns, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Pflege in Deutschland kennenzulernen. Besonders interessant war es zu beobachten, wie die pflegerische Versorgung unter anderen strukturellen und materiellen Bedingungen umgesetzt wird.
Nachmittags waren wir in der Notaufnahme eingesetzt. Darüber hinaus hatten wir die Möglichkeit, bei unterschiedlichen Operationen zuzuschauen. Diese Einblicke in den OP-Bereich waren besonders spannend.
Eine der größten Herausforderungen während des Austauschs war die Kommunikation. Viele Mitarbeitende sprachen überwiegend Französisch, während zahlreiche Patienten hauptsächlich ihre Heimatsprache sprachen. Englisch wurde nur von wenigen Personen gesprochen. Dadurch waren Kreativität, Geduld und nonverbale Kommunikation oft gefragt. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, wie wichtig Kommunikation in der Pflege ist und wie viel Verständnis auch ohne gemeinsame Sprache vermittelt werden kann.
Neben den praktischen Einsätzen blieb ausreichend Zeit, das Land und die Kultur kennenzulernen. Wir unternahmen verschiedene Aktivitäten, besuchten andere Städte und konnten viele Eindrücke vom Alltag in Marokko sammeln. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort waren offen, herzlich und bereichernd.
Besonders wertvoll war für uns die Erfahrung im Bereich der interkulturellen und kultursensiblen Pflege. Wir konnten erleben, welchen Einfluss kulturelle Hintergründe, Traditionen und religiöse Aspekte auf den Umgang mit Krankheit, Gesundheit und Pflege haben. Diese Erkenntnisse werden uns auch in unserer zukünftigen beruflichen Tätigkeit begleiten und dabei helfen, Patienten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen besser zu verstehen und zu begleiten.
Rückblickend war der Schüleraustausch eine einzigartige Erfahrung, die uns fachlich und persönlich weiterentwickelt hat. Wir haben nicht nur neue pflegerische Perspektiven kennengelernt, sondern auch gelernt, offen auf andere Kulturen zuzugehen und Herausforderungen flexibel zu begegnen. Für diese Möglichkeit sind wir sehr dankbar und können einen solchen Austausch jedem Auszubildenden empfehlen.