Wittmunds Krankenhaus hat eine gute Zukunft

Cornelia Rundt zu Gast

Cornelia Rundt (l.) wird von Alfred Siebolds und Holger Heymann (MdL, r.) über die Baustelle
im Krankenhaus geführt 

 

Das Land Niedersachsen will in den nächsten Jahren mehr für Krankenhäuser ausgeben. So teilte es gestern Cornelia Rundt, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (SPD) bei einem Besuch im Wittmunder Krankenhaus mit. Denn neben den 120 Millionen Euro, die jährlich für die 180 Krankenhäuser zur Verfügung stehen, wird es in diesem Jahr einen Strukturfonds durch den Bund geben, aus dem 47 Millionen Euro fließen, das das Land mit 50 Prozent gegenfinanziert. Außerdem will Niedersachsen die so zusammengesetzten 94 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro aufstocken und zwar aus einem Sondervermögen. „So hoffen wir einfach, dass wir künftig durch finanzielle Förderung mehr erreichen können“, so Rundt zuversichtlich. Sie bescheinigte dem Wittmunder Krankenhaus, dass es ein Haus der Zukunft sei (Seite 1). Sie lobte die Ergänzung des Hauses durch Facharztpraxen, Apotheke, Gesundheitsamt, Bereitschaftsdienste und so weiter. Auch, dass das Haus einen Förderverein mit 500 Mitgliedern habe, der seit Gründung in 2003 Sachspenden im Wert von über 200 000 Euro geleistet habe, sei sehr erfreulich. Besonderes Lob sprach die Ministerin für die Wahl einer Patientenfürsprecherin aus, die das Krankenhaus jüngst durchführte. Im Hinblick auf die kriminellen Vorfälle im Krankenhaus Delmenhorst betonte sie, dass es sehr wichtig sei, wenn Menschen im Krankenhaus einen Ansprechpartner hätten, wenn ihnen etwas „unheimlich“ vorkomme. Es müsse eine Selbstverständlichkeit werden, dass Dinge zur Sprache kämen, ohne gleich einen Verdacht auszusprechen. Die Problematiken der Ärzteversorgung auf dem Lande und des Pflegenotstandes sprach sie ebenfalls an. Im Moment gäbe es noch keinen Mangel bei Ärzten, das Problem lasse sich aber für die Zukunft leicht ausrechnen. Bei der Pflege sei Niedersachsen absolutes Schlusslicht im Ländervergleich. Die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege seien schlecht, entlohnt werde die gleiche Arbeit in unterschiedlichen Ländern leider sehr verschieden. Das merke man besonders an den Ländergrenzen. In Niedersachsen ausgebildete Pflegekräfte, die in der Nähe von Hamburg wohnten, pendelten gerne, weil sie in der Hansestadt wesentlich mehr für gleiche Arbeit verdienen. Wittmunds Krankenhaus-Geschäftsführer Alfred Siebolds dankte der Ministerin beziehungsweise dem Land Niedersachsen für die Förderung der laufenden Baumaßnahmen, mit denen der Funktionsbereich neu strukturiert wird. „Nach Abschluss der laufenden Baumaßnahme, voraussichtlich Ende 2018, muss die betrieblich-bauliche Weiterentwicklung unseres Krankenhauses durch die Neustrukturierung der Krankenpflegestationen fortgesetzt werden“, so Siebolds, der eine entsprechende Projektanmeldung ankündigte. „An dieser Stelle habe ich die herzliche Bitte, auch diese Baumaßnahme mit einem deutlichen Landeszuschuss zu fördern“, fügte Siebolds hinzu, woraufhin die Ministerin nicht sogleich zusagte, aber zumindest gute Hoffnung in das Projekt setzte, da das Krankenhaus zu den förderwürdigen Häusern im Land gehöre.

 

 

 

 

Quelle: „ Anzeiger für Harlingerland – Ostfriesisches Tageblatt“