Op Schwester

Hernienzentrum

Ab November 2011 werden alle Hernieneingriffe im Kompetenzzentrum für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Krankenhauses Wittmund unter Leitung von Herrn Chefarzt Michael Gaide qualitätsgesichert durchgeführt.

In Deutschland werden pro Jahr mehr als 350.000 Operationen aufgrund von Eingeweidebrüchen (auch: Weichteilbrüche oder Hernien) durchgeführt. Die häufigste Variante des Bruches ist der Leistenbruch. Es gibt aber auch die Form des Nabelbruches, Narbenbruches bei Operationsnarben sowie Brüche in der Mittellinie des Oberbauches. Eingeweidebrüche entstehen aber auch im Bereich von künstlichen Darmausgängen (parastomale Hernien) und in Lücken des Zwerchfells (Hiatushernien).

Nach allgemeinem Verständnis gehören Eingeweidebrüche zu den Routineeingriffen in der Chirurgie. Die Rückfallquote (Rezidivrate) mit durchschnittlich über zehn Prozent ist jedoch relativ hoch. Zudem entwickeln sich insbesondere nach Leistenbruchoperationen im Durchschnitt bei über zehn Prozent der Patienten chronische Schmerzen im Operationsbereich, die die Lebensqualität der Betroffenen unter Umständen dramatisch einschränken.

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Herr Chefarzt Michael Gaide ist Mitglied in der Deutschen Herniengesellschaft.

Das Krankenhaus Wittmund nimmt ab November 2011 an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed teil.

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Die einzige Methode, die einen Bruch beheben und heilen kann, ist die Operation. Hierbei werden die Bauchorgane in den Bauchraum zurückverlagert und die Lücke der Bauchdecke verschlossen.

Bei der Bruchoperation handelt es sich um einen klassischen Elektiveingriff. Das bedeutet: Prinzipiell sollte operiert werden, der Operationszeitpunkt ist jedoch in Abhängigkeit von der persönlichen Lebenssituation wählbar.

Im Prinzip gibt es zwei Vorgehensweisen. Zum einen die klassische Operation über einen Schnitt und zum anderen die neueren, minimalinvasiven Verfahren. Die Vorteile einer minimalinvasiven Leistenbruchoperation sind weniger Schmerzen, eine schnellere körperliche Belastbarkeit und ein hervorragendes kosmetisches Ergebnis.

Heute gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Operationsverfahren, die ein wesentlich differenzierteres Herangehen erlauben und somit eine "maßgeschneiderte" Chirurgie möglich machen.

Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile. Es gibt nicht die Operationsmethode, die für alle Brüche die optimale Lösung bietet. Eine Untersuchung und ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten sind die Voraussetzung, gemeinsam die beste Lösung zu finden. Diese ist abhängig von der Größe und Lage des Bruches, von Voroperationen, von Begleiterkrankungen, vom Alter und auch von individuellen Lebensumständen.

Bei uns gibt es grundsätzlich kein einheitliches Standardverfahren, vielmehr wird aus der Vielzahl der Möglichkeiten intraoperativ ein individuelles bestgeeignetes Operationsverfahren ausgewählt.

Diese Operationen können ambulant und stationär durchgeführt werden.

Eine umfassende Beratung erhalten die Patienten bei ihren Hausärzten, niedergelassenen Chirurgen und unter anderem in der Herniensprechstunde des Kompetenzzentrums für Allgemein- und Visceralchirugie des Krankenhauses Wittmund.

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